Logo des Vereins Straßenhunde in Not. Im Hintergrund karge Landschaft, rechts unten im Vordergrund ein Weg. Links kleine Hundesilhouette. Rechts ein großer Hundekopf frontal, leicht geneigt.

Geboren um zu sterben: Fohlenmarkt

Mit Entsetzen verfolgten wir im Fernsehen einen Bericht über einen Fohlenmarkt in Miesbach. Hier der Filmbeitrag aus "Report Mainz":

Zwei Mitglieder unserer Organisation erkärten sich sofort bereit, für einen Fohlenkauf zu spenden. Einen guten Pflegeplatz fanden wir bereits vorab. Pünktlich starteten wir am 09.09.2011 mit Sorgen und Bedenken zur Fohlenauktion nach Miesbach in Oberbayern: Was würden wir dort erleben? Können wir die ärmsten Fohlen retten, die keiner haben will, und auf die dann ein Schlachter mit seinem großen Transportwagen wartet?

Mit der Pferdeanhänger auf dem Weg nach Miesbach.

Mit der Pferdeanhänger auf dem Weg nach Miesbach.

Pünktlich um 12.00 Uhr begann die Auktion. Zunächst wurden die Fohlen mit den Rosetten vorgeführt, damit werden Fohlen mit einer hochwertigeren Einstufung markiert. Diese Einstufung ist aber keine Garantie dafür, dass diese Tiere vom Schlachter verschont werden. Wir nicht für sie geboten, bleibt am Ende nur der Schlachter. Im Anschluss folgen die Fohlen der weiteren "Klassen".

Mit der Pferdeanhänger auf dem Weg nach Miesbach.

Langsam füllen sich die Plätze in der Auktionshalle in Miesbach.

Nach kurzer Zeit wurde ein Fohlen gebracht, dessen Mutter vor zwei Monaten gestorben war. Das Fohlen war wunderschön und wie in Trance hob ich mein Heftchen als Zeichen meiner Kaufbereitschaft. So kam es dann: Mary war unser erstes Fohlen. Jetzt war uns klar, dass wir bis zum Ende bleiben sollten. Für welches Fohlen würde außerdem nicht geboten werde. Wir mussten nicht lange auf ein weiteres Fohlen warten, auf das keiner bieten wollte. Eine Stute mit ihrem Jungen wurde hereingebracht. Ich betete inständig, dass doch irgendwer anfangen würde zu bieten. Doch niemand bot. So war es dann: ich hob erneut mein Heft. Mit diesem Gebot war unser Budget mehr als erschöpft - jetzt mussten wir schauen, dass wir schnell rauskamen, denn mitzuerleben, dass für ein Fohlen nicht geboten wurde, welches nachher zum Schlachter kommt, hätte uns das Herz gebrochen.

Mit der Pferdeanhänger auf dem Weg nach Miesbach.

Das "Osterei" Billy (links im Bild), Billy wurde am Ostersonntag 2011 geboren, und Billy Mutter (direkt hinter Billy).

Draußen auf dem Parkplatz standen zwei große Viehtransporter, deren Anblick uns mit schlechten Vorahnungen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Wir entschlossen uns aufzubrechen, denn die Verladung von den Schlachtfohlen in die Viehtransporter hätten wir nicht verkraftet. Schon der Anblick von den Fahrzeugen war entsetzlich.

Jetzt begutachteten wir die für uns so wertvollen Pferdekinder. Mary, das Fohlen ohne Mamma, ist sehr anhänglich, menschenbezogen und verschmust. Mary sieht mit ihrer Mähne aus wie ein kleiner Irokesenhäuptling.

Billy wurde in Anlehnung nach ihrer Spenderin Sybille benannt. Billy ist sehr temperamentvoll, doch eher zurückhaltend im Umgang mit Menschen und immer bei Mary im Schlepptau: Wo Mary ist, ist auch Billy.

Jetzt sind beide auf einer liebevoll und gut geführten Pferderanch, die sehr gut ist aber auch ihren Preis hat.

Hier lebt alles in Eintracht: Menschen, Hühner, Hunde, Katzen, Pferde. Öfters spazieren die Hühner zu Mary und Billy hinüber.

Mit der Pferdeanhänger auf dem Weg nach Miesbach.
Pferdegehege muss gesäubert werden.

Hier unser Kassenwart Angelika P. beim Misten.

Angelika P., unser Kassenwart, ist übrigens total begeistert von Mary und Billy. Auch hat sie kurzerhand die Bürste genommen und die beiden gestriegelt. Ihr Kommentar zu ihrer ungewohnten Freizeitbeschäftigung: "Wir brauchen dringend Paten für unsere zwei Engel."

Ein großes "Dankeschön" geht an Marianne K. und Kerstin K., die Patinnen für Mary sind. Ohne die Hilfe von euch allen, wären solche Aktionen nicht durchführbar. Darum: Von ganzem Herzen vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben!

"Es ist etwas am Äusseren des Pferdes, das ist gut für das Innere des Menschen."

Sir Winston Churchill

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